Lebenshilfe Erlangen arbeitet am Gedenk- und Lernort der „HuPfla“ mit
Menschen mit (geistiger) Beeinträchtigung und psychischer Erkrankung wurden ab 1940 systematisch getötet und die Gesamtzahl der sogenannten „Euthanasie“-Opfer wird auf mindestens 250.000 Menschen geschätzt. Auch aus der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Erlangen wurden mehr als 900 Patient*innen in verschiedene Tötungsanstalten gebracht. Mehrere hundert Menschen starben zudem durch gezielte Vernachlässigung und Mangelernährung.
„Ich bin dankbar, dass ich leben kann und das nicht erleben musste“, sagt Claudia Brunmayer aus der Seniorengruppe der Regnitz-Werkstätten.
Stimmen, die die Verbrechen der Nationalsozialisten relativieren und verharmlosen, werden mehr in unserem Land und die Lebenshilfe Erlangen macht sich Sorgen, dass neben dem wachsenden Antisemitismus auch das Lebensrecht von Menschen mit Beeinträchtigung wieder in Frage gestellt wird. „So sei es wichtig, am 27. Januar den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und eine Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten. Deshalb begrüßen wir sehr, dass nun ein Gedenk- und Lernort im ehemaligen Kopfbau der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt entsteht und wir dabei sind“, freut sich Frank Morell, Vorsitzender der Lebenshilfe.
Der wissenschaftliche Koordinator Julius Scharnetzky hat die Lebenshilfe Erlangen zur Mitarbeit eingeladen: „Wir möchten Betroffenen die Gelegenheit geben, den Ort von Anfang an mitzugestalten.“ Man möchte dazu beitragen, Barrieren für Menschen mit Einschränkungen und psychischen Erkrankungen abzubauen. Damit Inklusion nicht nur eine leere Worthülse sei, müssen ihre Bedarfe, Interessen und Wünsche von Anfang an mitgedacht werden. „Und dies im besten Fall durch ihre direkte Einbindung in den Entwicklungsprozess. Ich freue mich sehr und bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe“, so Julius Scharnetzky.