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Aktuelles
07.05.2026

Aktion zum 5. Mai: Demonstration durch Erlangen und Party im kubic

Am 5. Mai sind in Erlangen über 300 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für Solidarität und Teilhabe zu demonstrieren. Die Aktion, organisiert von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Erlangen und unterstützt durch die Aktion Mensch, kam richtig gut an. In den vergangenen Monaten wurde öffentlich darüber diskutiert, die Kosten für die Eingliederungshilfe zu begrenzen. Verbände sowie Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörige sind darüber sehr beunruhigt.

Auf der Kundgebung am Hugenottenplatz machten sich verschiedene Rednerinnen und Redner für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigung stark. Moderiert wurde die Veranstaltung von Felicitas Keefer, Referentin für Kultur und Begegnung. 

Gesprochen haben:

  • Katharina Scharov, Mutter einer Tochter mit Beeinträchtigung
  • Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident Mittelfranken
  • Jörg Volleth, Oberbürgermeister Erlangen
  • Frank Morell, 1. Vorsitzender Lebenshilfe Erlangen
  • und Stephanie, Sigrid, Nina, Nathalie, Anna, Uli (Selbstvertreter*innen)

Peter Daniel Forster und Jörg Volleth versprachen, sich für die Interessen von Menschen mit Beeinträchtigung stark zu machen. Bezirkstagspräsident Forster betonte, es sei ihm ein wichtiges Anliegen, den Sozialstaat, den wir in den letzten Jahrzehnten erarbeitet haben, erhalten zu können. Oberbürgermeister Volleth versprach: „Inklusion war uns als Stadt Erlangen in den letzten Jahrzehnten schon immer sehr wichtig. Dennoch ist mir klar, dass der Weg zu einer inklusiven Gesellschaft noch ein weiter ist. Inklusion bedeutet, dass die Gesellschaft auf die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung eingehen muss. Wir werden alles dafür tun, dass wir das schaffen.“

Frank Morell, 1. Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Erlangen, hob die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Erlangen und dem Bezirk Mittelfranken hervor. Dennoch zeigte auch er sich besorgt über die aktuelle politische Debatte: „Eingliederungshilfe ist kein Luxus und kein freiwilliger Zuschuss. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt leben und ihre Rechte wahrnehmen können. Mit der Ratifikation der Behindertenrechtskonvention hat Deutschland anerkannt, dass Teilhabe Menschenrecht ist – dies muss der Maßstab bleiben! Deshalb ist es notwendig, dass die Bezirke ausreichend Mittel für diese Arbeit bekommen.“ 

Er wies auf die Petition „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ der Lebenshilfe Bundesvereinigung hin, die noch bis 25. Mai digital oder in den Einrichtungen der Lebenshilfe Erlangen unterzeichnet werden kann. 

Selbstvertreter*innen der Lebenshilfe Erlangen wünschten sich mehr Mitbestimmung. Auch für den Ausbau der Barrierefreiheit, die Anwendung von Leichter Sprache, das Recht auf Teilhabe wie auch die große Bedeutung von Schulbegleitungen sprachen sie sich aus. 

Angeführt wurde der Demonstrationszug von einem Traktor des Erlebnisbauernhof Schmitt. Auch Menschen mit Gehbeeinträchtigung konnten so entspannt teilnehmen. Die Veranstaltung wurde zudem in Gebärdensprache übersetzt.

Im Anschluss zog die Menge durch die Erlanger Innenstadt. Im „kubic“ wurde noch bis in den Abend gefeiert. Rapper Yunus heizte solo und zusammen mit der spontan gegründeten Band “Die Chefin und die Boys” ordentlich ein. Es wurde zusammen gerappt, auch mit Rapper Energy Hoheit und bei DJ Kevin Trumpet wurde das Tanzbein geschwungen. Das leckere Essen und Trinken wurden vom Inklusionsunternehmen “Patio - Das Deli im kubic” organisiert.